Soziotherapie
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Soziotherapie
Mit dem Gesundheitsreformgesetz des Jahres 2000 wurde die Soziotherapie als neues Hilfeangebot
für Menschen mit psychischen Erkrankungen eingeführt (SGB V, § 37a). Im Juni 2002 unterzeichneten
Krankenkassenverbände und die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg einen
Rahmenvertrag, in dem u.a. Durchführung und Finanzierung geregelt werden. Seit dem 1. Juli 2002
können Menschen mit psychischen Erkrankungen Soziotherapie bei den Sozialpsychiatrischen
Diensten Baden-Württembergs in Anspruch nehmen.

Das soll Soziotherapie erreichen
Menschen mit psychischen Erkrankungen soll verstärkt geholfen werden, ärztliche Leistungen
in Anspruch zu nehmen,
durch ambulant-medizinische Hilfen in der vertrauten häuslichen Umgebung soll eine Einweisung
in ein Krankenhaus vermieden oder aber eine stationäre Behandlung verkürzt werden,
psychosoziale Defizite sollen abgebaut und das Leben in der Gemeinschaft erleichtert werden,
Kontaktfähigkeit und persönliche Initiative der Betroffenen sollen gefördert werden.

Voraussetzungen für Soziotherapie
Schwere psychische Erkrankungen mit diversen Fähigkeitsstörungen (u.a. Antriebs-,
Belastbarkeits- und Verhaltensstörungen),
Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit,
Schwere Beeinträchtigung der Kommunikationsfähigkeiten.

Menschen mit psychischen Erkrankungen wenden sich wegen einer Verordnung für Soziotherapie zunächst direkt an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Psychiatrie bzw. Nervenheilkunde oder an eine Institutsambulanz in ihrer Nähe. Adressen von Ärztinnen und Ärzten kann man aus dem Telefonbuch oder den Gelben Seiten erfahren - oder aus dem Internet: www.psychiatrienetz-bw.de

So läuft Soziotherapie ab
Ein Facharzt verordnet die Soziotherapie.
Ein Betreuungsplan wird gemeinsam entwickelt vom Facharzt, dem Betroffenen und der
entsprechend qualifizierten Mitarbeiterin bzw. dem Mitarbeiter des zuständigen
Sozialpsychiatrischen Dienstes.
Der Betreuungsplan wird mit der Verordnung bei der Krankenkasse eingereicht.
Nach Genehmigung durch die Kasse wird Soziotherapie vom Sozialpsychiatrischen Dienst
durchgeführt (maximal können je Krankheitsfall 120 Stunden in drei Jahren in Anspruch
genommen werden).


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